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Vorsorge & Rente
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Grenzgänger Schweiz Rente: AHV und Pensionskasse im Überblick

ca. 16 Min. Lesezeit

Grenzgänger erhalten im Alter eine AHV-Rente (1. Säule, umlagefinanziert) und ein Pensionskassenguthaben (2. Säule, kapitalgedeckt) aus der Schweiz zusätzlich zu bereits erworbenen Ansprüchen in Deutschland. Die Höhe hängt von Beitragsjahren, Einkommen und dem Anteil im Überobligatorium ab. Wer in Deutschland wohnt, zahlt darauf deutsche Steuern und je nach Situation Krankenversicherungsbeiträge. Erst danach steht fest, was netto bleibt.

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Dieser Ratgeber richtet sich an Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland, die seit Jahren in der Schweiz arbeiten und ihre Pensionierung planen. Hier sehen Sie, wie Sie Ihre Rente selbst abschätzen, was netto bleibt und welche Fristen zählen.

Das Wichtigste in Kürze zu Rente für Grenzgänger

  • AHV: Die Beiträge gehen direkt vom Schweizer Lohn ab. Jedes volle Beitragsjahr bringt 1/44 der Vollrente, 2026 höchstens 2'520 Franken im Monat.
  • Pensionskasse: Bezug als Rente, Kapital oder kombiniert. Deutschland besteuert obligatorischen und überobligatorischen Teil unterschiedlich.
  • Rückkehr nach Deutschland: Bar auszahlen lässt sich in der Regel nur der überobligatorische Teil.
  • Krankenversicherung im Ruhestand: Bekommen Sie zusätzlich eine deutsche Rente, kann Deutschland zuständig werden. Auf die Pensionskassenrente fallen dann bis zu 21,7 Prozent Beiträge an.
  • Vorsorgeanalyse: Wir rechnen Ihre Renten aus beiden Ländern netto durch und sagen Ihnen, bis wann Sie sich zwischen Rente und Kapital entscheiden müssen.

Wer gilt in der Schweiz als Grenzgänger?

Grenzgänger wohnen in Deutschland, arbeiten in der Schweiz und kehren regelmässig an ihren Wohnort zurück. Sie erhalten die Grenzgängerbewilligung G. Wer unter der Woche in der Schweiz übernachtet und nur am Wochenende heimfährt, gilt als Wochenaufenthalter.

Arbeiten in der Schweiz mit deutscher Aufenthaltserlaubnis: Auch ohne EU-Pass können Sie Grenzgänger werden. Voraussetzung ist ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland, ein Wohnsitz seit mindestens sechs Monaten in der Grenzzone und eine Stelle innerhalb der Schweizer Grenzzone. Das Gesuch stellt Ihr Arbeitgeber. Für EU-Bürger gelten keine Grenzzonen.

Als Grenzgänger zwischen der Schweiz und Deutschland zahlen Sie in die Schweizer AHV und in eine Schweizer Pensionskasse ein. Arbeiten Sie einen Viertel oder mehr im Homeoffice in Deutschland, kann die Sozialversicherung nach Deutschland wechseln. Bei weniger als 50 Prozent Homeoffice bleibt die Schweiz zuständig, wenn Ihr Arbeitgeber das beantragt.

Steuerlich zählt nicht die Bewilligung, sondern die regelmässige Rückkehr an den deutschen Wohnsitz. Dann behält der Schweizer Arbeitgeber nur 4,5 Prozent Quellensteuer ein, versteuert wird in Deutschland. Auch Ihre Renten besteuert später Deutschland als Wohnsitzland.

Wann haben Grenzgänger Anspruch auf eine Schweizer Rente?

Ja, Grenzgänger erwerben mit ihren AHV-Beiträgen einen eigenen Rentenanspruch. Bereits ein volles Beitragsjahr genügt für eine Teilrente.

Schweizer und deutsche Rente bleiben getrennte Ansprüche. Dank Freizügigkeitsabkommen geht keine Beitragszeit verloren. Schweizer Zeiten helfen, Mindestversicherungszeiten in Deutschland zu erfüllen. Die Rentenhöhe wird aber nicht zusammengerechnet. Wer je 20 Jahre in beiden Ländern gearbeitet hat, erhält zwei Teilrenten.

Den AHV-Rentenantrag stellen Sie als Einwohner Deutschlands bei der Deutschen Rentenversicherung. Sie leitet ihn an die Schweizerische Ausgleichskasse (SAK) in Genf weiter.

Wie viele Beitragsjahre braucht man für die Schweizer Rente?

Für die volle AHV-Rente brauchen Sie in der Regel 44 Beitragsjahre ohne Lücke. Jedes fehlende Jahr kürzt die Rente lebenslang um 1/44, also rund 2,3 Prozent. Für Grenzgänger ist eine Lücke normal. Sie bedeutet aber nicht automatisch eine gleich grosse Rentenlücke, denn für Jahre in Deutschland bestehen dort eigene Ansprüche.

Das Referenzalter liegt bei 65. Für Frauen steigt es mit AHV 21 schrittweise: Jahrgang 1961 auf 64 Jahre und 3 Monate, 1962 auf 64 und 6 Monate, 1963 auf 64 und 9 Monate, ab 1964 gilt 65.

Welche Jahre verbucht sind, zeigt Ihr Individuelles Konto (IK). Ein Vorbezug um ein Jahr kürzt die Rente um 6,8 Prozent, um zwei Jahre um 13,6 Prozent und ein Aufschub bis fünf Jahre erhöht sie.

Wie hoch ist die Rente in der Schweiz nach 10 Jahren Arbeit?

Nach 10 Beitragsjahren erhalten Sie rund 10/44 der Vollrente, also knapp 23 Prozent. Bei hohem Einkommen sind das 2026 rund 573 Franken im Monat.

Die Vollrente liegt 2026 zwischen 1'260 und 2'520 Franken im Monat. Die Maximalrente gilt ab einem durchschnittlichen Einkommen von 90'720 Franken. Dann rechnen Sie: Anteil der Beitragsjahre × Maximalrente.

 Beitragsjahre AnteilAHV-Rente pro Monat bei Maximalrente (2026)
  5 rund 11 Prozent rund 286 Franken
  10 rund 23 Prozent rund 573 Franken
  15 rund 34 Prozent rund 859 Franken
  20 rund 45 Prozent rund 1'145 Franken
  22 rund 50 Prozent rund 1'260 Franken

Dazu kommt ab Dezember 2026 die 13. AHV-Rente, ein Zwölftel der Jahresrente. Für Ehepaare sind beide Renten zusammen auf 3'780 Franken im Monat begrenzt.

Wie ist die Altersvorsorge in der Schweiz aufgebaut?

Die Schweizer Altersvorsorge ruht auf drei Säulen, für Grenzgänger tragen die ersten beiden fast die ganze Rente. Die AHV ist die staatliche Vorsorge im Umlageverfahren, die Pensionskasse die berufliche Vorsorge mit eigenem Guthaben, die private Vorsorge eine freiwillige Ergänzung.

Wie die drei Säulen im Detail funktionieren, lesen Sie in unserem Beitrag Rentensystem Schweiz einfach erklärt. Für AHV, IV und EO gehen 2026 insgesamt 10,6 Prozent des Lohns ab, je 5,3 Prozent tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Eine Beitragsobergrenze gibt es nicht, die Rente ist aber gedeckelt. Gutverdienende zahlen mehr ein, ohne mehr AHV-Rente zu erhalten.

Rente Schweiz berechnen: So funktioniert die Berechnung

Für eine erste Schätzung Ihrer Schweizer Rente brauchen Sie drei Angaben.

  1. Beitragsjahre aus dem IK-Auszug entnehmen.
  2. AHV-Rente bestimmen: Vollrente gemäss Durchschnittseinkommen × Anteil Beitragsjahre.
  3. Pensionskassenrente ergänzen: Guthaben bei Pensionierung × Umwandlungssatz, beides im Vorsorgeausweis.

Addieren Sie die deutsche Rente aus Ihrer Renteninformation. An der 60-Prozent-Faustregel sollten sich Gutverdienende nicht orientieren. Die AHV ist gedeckelt, und das BVG-Obligatorium versichert Lohn nur bis 90'720 Franken.

Wie gross Ihre Lücke wirklich ist, berechnen wir in der Vorsorgeanalyse mit einem eigens entwickelten Simulationstool, das Ihre Alterseinkünfte aus beiden Ländern Ihrem Bedarf gegenüberstellt.

Wie gross ist Ihre persönliche Rentenlücke?

Wir rechnen Ihre Renten aus der Schweiz und Deutschland zusammen und zeigen Ihnen, was Ihnen im Ruhestand wirklich zur Verfügung steht.

Vorsorgeanalyse anfragen

Was ist die Pensionskasse und wie funktioniert sie für Grenzgänger?

Die Pensionskasse ist ein Sparkonto fürs Alter. Gespart wird aber nicht auf Ihren ganzen Lohn, sondern auf den sogenannten koordinierten Lohn: Das Gesetz berücksichtigt den Lohn nur bis 90'720 Franken und zieht davon 26'460 Franken ab, weil dieser Teil bereits über die AHV abgedeckt ist. Versichert sind so höchstens 64'260 Franken.

Auf diesen Betrag fliessen jedes Jahr Altersgutschriften aufs Konto, je nach Alter 7 Prozent (25 bis 34 Jahre), 10 Prozent (35 bis 44), 15 Prozent (45 bis 54) und 18 Prozent (ab 55). Das Guthaben wird 2026 mit mindestens 1,25 Prozent verzinst.

Ein Beispiel: Sie sind 55 und verdienen 120'000 Franken. Im gesetzlichen Minimum zählen davon nur 64'260 Franken. Darauf gibt es 18 Prozent, rund 11'570 Franken pro Jahr. Für die 29'280 Franken über der Grenze wird nur gespart, wenn Ihre Pensionskasse mehr als das Minimum versichert. Dieser freiwillige Zusatz heisst Überobligatorium.

Bei hohem Lohn kann das Überobligatorium den grösseren Teil Ihres Guthabens ausmachen. Es entscheidet über drei Dinge, wie hoch Ihre Rente wird, welcher Teil sich bei einer Rückkehr nach Deutschland bar auszahlen lässt und wie Deutschland die Leistung besteuert. Wie gross Ihr Anteil ist, steht in Ihrem Vorsorgeausweis.

50 Jahre, 22 Jahre Schweiz, Rückkehr geplant: Was geht noch?


Rückkehr mit 50Weiterarbeit bis 65
AHV bei Maximalrente22/44 = 1'260 Franken37/44 = rund 2'119 Franken
Obligatorischer TeilFreizügigkeitskonto, Bezug frühestens 5 Jahre vor ReferenzalterWeitere Gutschriften von 15 bis 18 Prozent
Überobligatorischer  TeilBarauszahlung möglichNach Reglement 
Freiwillige EinkäufeNicht mehr möglichMöglich, 3 Jahre Sperrfrist für Barbezug 

Nach der Rückkehr erwerben Sie neue deutsche Ansprüche. Welche Variante sich rechnet, prüfen wir in der Simulation, bevor Sie kündigen.

Berechnung Rente Schweiz

Auszahlung der Pensionskasse für Grenzgänger

Bei der Pensionierung wählen Sie Rente, Kapital oder eine Kombination. Für die Rente müssen Sie nichts unternehmen. Wer Kapital beziehen will, muss es innerhalb der Anmeldefrist beantragen. Diese Frist legt jede Kasse im Reglement selbst fest, meist zwischen einem Monat und drei Jahren vor der Pensionierung.

Wer die Frist verpasst, erhält je nach Reglement nur noch die Rente. Ein Viertel des obligatorischen Guthabens können Sie gesetzlich als Kapital verlangen, auch dafür darf die Kasse aber eine Anmeldefrist festlegen. Eine getroffene Wahl lässt sich zudem oft nicht rückgängig machen. Sind Sie verheiratet, braucht es für den Kapitalbezug die schriftliche Zustimmung Ihres Ehepartners.

Welche Frist gilt bei Ihrer Pensionskasse?

Wir prüfen Ihr Reglement, holen die nötigen Unterlagen bei Ihrer Pensionskasse ein und sagen Ihnen rechtzeitig, bis wann Sie sich entscheiden müssen. So verpassen Sie keine Frist und treffen die Wahl zwischen Rente und Kapital mit einer klaren Rechnung.

Beratung vereinbaren

Endet die Arbeit in der Schweiz früher, geht das Guthaben auf ein Freizügigkeitskonto. Seit 2007 darf der obligatorische Teil nicht bar ausbezahlt werden, solange Sie in einem EU-Staat rentenversichert sind. Er bleibt bis frühestens fünf Jahre vor dem Referenzalter gebunden. Vergessene Guthaben findet die Zentralstelle 2. Säule.

Pensionskasse als Rente beziehen: Vor- und Nachteile

Mit der Rente erhalten Sie jeden Monat Geld, bis ans Lebensende. Egal wie alt Sie werden, das Geld geht nicht aus. Dieses Risiko trägt die Pensionskasse.

Wie hoch die Rente ausfällt, bestimmt der Umwandlungssatz. Er gibt an, wie viel Prozent Ihres Guthabens Sie pro Jahr als Rente bekommen. Beispiel: Aus 500'000 Franken Guthaben werden bei 6 Prozent jährlich 30'000 Franken, also 2'500 Franken im Monat. Für den gesetzlichen Mindestteil gilt ein Umwandlungssatz von mindestens 6,8 Prozent. Für den überobligatorischen Teil legt die Kasse den Satz selbst fest, oft tiefer. Je grösser dieser Teil, desto niedriger fällt Ihre Rente im Verhältnis zum Guthaben aus.

Die Nachteile:

  • Kein Zugriff auf das Kapital: Das Guthaben lässt sich weder für grössere Ausgaben nutzen noch vererben.
  • Wechselkursrisiko: Die Rente kommt in Franken, Sie zahlen in Euro. Fällt der Franken, haben Sie weniger zur Verfügung.
  • Laufende Abzüge: Auf jede Zahlung fallen in Deutschland Steuern und je nach Versicherung Krankenversicherungsbeiträge an.

Mit Ihrem Tod endet die Rente. Ehepartner erhalten in der Regel eine Hinterlassenenrente von 60 Prozent, andere Angehörige oft nichts. Wie Ihre Kasse das regelt, steht im Reglement.

Kapitalbezug aus der Pensionskasse: Vor- und Nachteile

Das Kapital können Sie frei anlegen, verbrauchen oder vererben. 2024 bezogen 45 Prozent der Neubeziehenden in der Schweiz nur Kapital, weitere 19 Prozent kombinierten Kapital und Rente. Dafür tragen Sie Langlebigkeits- und Anlagerisiko selbst.

Eine pauschale Empfehlung geben wir bewusst nicht, denn bei Wohnsitz in Deutschland entscheidet die Einkommensteuer. Wir vergleichen Kapital, Rente und Kombination anhand von Guthaben, effektivem Umwandlungssatz, Anteil Überobligatorium, übrigen Einkünften, Vermögen und Familiensituation. Die Entscheidung treffen Sie.

Lohnt es sich, die Pensionskasse nach Deutschland zu bringen?

Das hängt von Alter, Anteil im Überobligatorium, Steuersituation und Zeitpunkt der Rückkehr ab. Entscheidend ist, was nach der Auszahlung mit dem Geld geschieht.

Die Billigkeitsregelung der Oberfinanzdirektion Karlsruhe sieht unter bestimmten Voraussetzungen vor, eine Schweizer Kapitalleistung zunächst nicht zu besteuern, wenn sie innerhalb von drei Monaten in eine deutsche Basisversorgung fliesst. Besteuert werden dann erst die späteren Renten. Ob die Verfügung von 2007 in Ihrem Fall noch gilt, klären Sie vorab mit dem Finanzamt.

Ihr Fristen-Fahrplan

 ZeitpunktWas zu tun ist
 3 Monate nach StellenantrittOptionsrecht Krankenversicherung ausüben, unwiderruflich
 Idealerweise ab etwa 55IK-Auszug, Vorsorgeausweis und Aufteilung obligatorisch/überobligatorisch prüfen
 3 Jahre vor KapitalbezugLetzte Einkäufe, danach Sperrfrist
 Frist laut Reglement, meist 1 Monat bis 3 Jahre   vorherKapitalbezug anmelden
 3 Monate nach AuszahlungÜbertragung in deutsche Basisversorgung prüfen
 3 Jahre nach AuszahlungSchweizer Quellensteuer zurückfordern 

Welche Fehler machen Grenzgänger bei der Pensionskasse am häufigsten?

Die meisten Fehler entstehen, weil sich Grenzgänger erst kurz vor der Pensionierung mit ihrer Vorsorge befassen. In unserer Rentenberatung sehen wir vor allem vier.

Netto überschätzt. Steuern in Deutschland und Krankenversicherungsbeiträge auf die Renten fehlen in der eigenen Rechnung. Im Ruhestand bleibt dann deutlich weniger als erwartet.

Ansprüche nicht bekannt. Viele wissen nicht genau, welche Renten sie in der Schweiz und in Deutschland erworben haben und ob diese für den gewohnten Lebensstandard reichen.

Ohne Vergleich entschieden. Kapital oder Rente wird gewählt, ohne die langfristigen Folgen beider Bezugsformen durchzurechnen.

Frist verpasst. Wer die Anmeldefrist für den Kapitalbezug verpasst, kann die gewünschte Bezugsform oft nicht mehr wählen. Eine getroffene Wahl lässt sich zudem kaum rückgängig machen.

So läuft unsere Vorsorgeanalyse ab: Sie bringen IK-Auszug, Vorsorgeausweis, deutsche Renteninformation und Angaben zu Vermögen und Lebenshaltungskosten mit. Wir berechnen im Simulationstool Ihre Alterseinkünfte inklusive Steuer und Krankenversicherung und zeigen, was weitere Beitragsjahre, ein früherer oder späterer Rentenbeginn oder zusätzliche private Vorsorge verändern. Grenzgänger zwischen Deutschland und der Schweiz begleiten wir seit 1991 am Bodensee, online oder vor Ort, in ihrer Altersvorsorge bis zur Pensionierung.

Wissen, was Ihnen im Ruhestand bleibt

Lassen Sie Ihre Schweizer und deutsche Rente in einer persönlichen Vorsorgeanalyse durchrechnen, online oder vor Ort.

Vorsorgeanalyse anfragen

Schweiz mit Deutscher Aufenthaltserlaubnis

Wie hoch sind Steuern und Sozialabgaben auf die Schweizer Rente?

Wer in Deutschland wohnt, versteuert seine Schweizer Renten gemäss Doppelbesteuerungsabkommen in Deutschland.

 LeistungBesteuerung in Deutschland
 AHV-Rente und obligatorischer Pensionskassenteil Nachgelagert, bei Beginn 2026 zu 84% 
 Überobligatorisches Kapital, Vertrag vor 2005 Unter Voraussetzungen steuerfrei
 Überobligatorisches Kapital, Vertrag ab 2005Besteuerung des Ertrags 
 Überobligatorische RenteBesteuerung mit dem Ertragsanteil 

Sonderregel für Beiträge vor 2005
Haben Sie bis Ende 2004 mindestens zehn Jahre lang mehr eingezahlt als den jeweiligen Höchstbeitrag der deutschen Rentenversicherung, können Sie die Öffnungsklausel beantragen. Die zehn Jahre müssen nicht zusammenhängen, und Beiträge an mehrere Vorsorgeeinrichtungen werden je Jahr zusammengerechnet. Der Teil der Rente, der auf den Beiträgen über dem Höchstbeitrag beruht, wird dann nur mit dem günstigen Ertragsanteil besteuert. Den Nachweis erbringen Sie einmalig mit einer Bescheinigung Ihrer Vorsorgeeinrichtung.

Wichtig: Bescheinigung anfordern
Fordern Sie frühzeitig eine Bescheinigung Ihrer Pensionskasse an, die obligatorischen und überobligatorischen Teil getrennt ausweist. Fehlt sie, erkennt das Finanzamt die günstigere Behandlung unter Umständen nicht an.

Was netto bleibt: ein Beispiel

Brutto ist nicht netto. Das folgende Beispiel ist allgemein und stark vereinfacht: AHV-Rente 1'260 Franken, Pensionskassenrente 2'500 Franken im Monat, Krankenversicherung der Rentner in Deutschland.

 Pro Monat
 Renten brutto 3'760 Franken
 Kranken- und Pflegeversicherungbis rund -700 Franken 
 Bleibt vor Einkommensteuerrund 3'050 Franken 

Hinweis: Dies ist nur ein allgemeines, grobes Beispiel und keine persönliche Berechnung.

Die Krankenversicherung kann also fast ein Fünftel Ihrer Schweizer Renten kosten, die Einkommensteuer kommt noch dazu. Ihre eigene Rechnung kann deutlich abweichen: je nach Rentenhöhe, deutscher Rente, Versicherungsstatus, Kindern und weiteren Einkünften. Ihre persönliche Netto-Rechnung erstellen wir in der Vorsorgeanalyse.

Kapitalauszahlung: Die Schweizer Quellensteuer erhalten Sie zurück, wenn Sie innerhalb von drei Jahren das Rückerstattungsformular mit Bestätigung Ihres Finanzamts beim Sitzkanton Ihrer Pensionskasse einreichen. Gesetzlich Krankenversicherte zahlen auf das Kapital Beiträge. Dafür wird ein Hundertzwanzigstel der Auszahlung zehn Jahre lang als monatliches Einkommen angesetzt.

Wie können sich Grenzgänger privat zusätzlich absichern?

In Deutschland unterstützt der Staat die private Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Die meisten dieser Förderungen erhält aber nur, wer in die deutsche Rentenversicherung einzahlt. Als Grenzgänger zahlen Sie in die Schweizer AHV ein, deshalb fallen einige Förderungen für Sie weg. So sieht es bei den einzelnen Möglichkeiten aus:

Säule 3a (Schweiz): Die Säule 3a ist das Schweizer Vorsorgekonto. Ihr grosser Vorteil ist, dass man die Einzahlungen von den Schweizer Steuern abziehen kann. Da Sie Ihren Lohn aber in Deutschland versteuern, bringt Ihnen dieser Abzug nichts. Nur um Steuern zu sparen, lohnt sich die Säule 3a für Sie deshalb nicht.

Riester-Rente: Für Grenzgänger gibt es in der Regel keine Riester-Zulagen. Eine Ausnahme gilt, wenn Ihr Ehepartner in Deutschland rentenversichert ist: Dann kann auch Ihr Vertrag Zulagen erhalten. Haben Sie schon einen Riester-Vertrag, können Sie die Einzahlungen stoppen. Der Vertrag bleibt bestehen, und die bisher erhaltenen Zulagen müssen Sie nicht zurückzahlen.

Direktversicherung: Das ist eine Rentenversicherung, für die es in Deutschland einen Steuervorteil gibt. Sie läuft über den Arbeitgeber, Ihr Schweizer Arbeitgeber muss also mitmachen. Ob sie sich lohnt, hängt von Ihrem Steuersatz ab.

Altersvorsorgedepot: Ab 1. Januar 2027 gibt es in Deutschland eine neue staatlich geförderte Altersvorsorge, das Altersvorsorgedepot. Darin können Sie zum Beispiel in Aktienfonds sparen. Es ersetzt die Riester-Rente für neue Verträge. Das Gesetz hat der Bundestag im März 2026 beschlossen. Ob Grenzgänger die Förderung erhalten, sollten Sie vor einem Abschluss prüfen lassen.

Wie viel private Vorsorge Sie überhaupt brauchen, zeigt erst die Berechnung Ihrer Rentenlücke.

Welche Krankenversicherung können Grenzgänger in der Schweiz wählen?

Als Grenzgänger entscheiden Sie einmal, wo Sie krankenversichert sind: in der Schweiz oder in Deutschland. Dafür haben Sie drei Monate ab Arbeitsbeginn Zeit. Die Entscheidung gilt, solange Sie Grenzgänger sind, und lässt sich nicht rückgängig machen. Sie gilt auch für Ihre Familienangehörigen, die nicht arbeiten. Entscheiden Sie sich nicht rechtzeitig, werden Sie automatisch in der Schweiz versichert.


SchweizDeutschland (gesetzlich)
 Was Sie   zahlen Einen festen Betrag pro Person, egal wie viel Sie verdienen Einen Prozentsatz Ihres Einkommens 
 Familie Jedes Familienmitglied zahlt einen eigenen Betrag Nicht arbeitende Familienmitglieder sind kostenlos mitversichert 

Im Ruhestand kann sich das ändern. Solange Sie nur Schweizer Renten beziehen, können Sie in der Schweizer Versicherung bleiben. Dann zahlen Sie weiter einen festen Betrag, zum Beispiel rund 250 Franken im Monat. Sobald Sie zusätzlich eine deutsche Rente bekommen, kann Deutschland für Sie zuständig werden. Dann zahlen Sie einen Prozentsatz Ihrer Renten. Auf die deutsche Rente und die AHV-Rente fallen rund 8,75 Prozent Krankenversicherung plus Pflegeversicherung an, auf die Pensionskassenrente bis zu 21,7 Prozent (kinderlos, vor Freibeträgen). Wer freiwillig gesetzlich versichert ist, zahlt zusätzlich Beiträge auf weitere Einkünfte wie Mieten oder Kapitalerträge.

Ein Beispiel: Bei einer AHV-Rente von 1'260 Franken und einer Pensionskassenrente von 2'500 Franken können so aus rund 250 Franken rund 700 Franken im Monat werden. Wer privat versichert ist, zahlt dagegen weiter seine vereinbarte Prämie.

Wir rechnen Ihnen vor der Pensionierung aus, was auf Sie zukommt, online oder vor Ort, mit festem Ansprechpartner statt Hotline.

Was müssen neue Grenzgänger vor Stellenantritt erledigen?

Was Sie in den ersten Wochen erledigen, wirkt sich auf Ihre Steuern und Ihre Krankenversicherung aus, teilweise für viele Jahre. Diese Punkte sollten Sie rechtzeitig angehen:

  1. Grenzgängerbewilligung G: Die Bewilligung braucht es, damit Sie in der Schweiz arbeiten dürfen. Bei EU-Bürgern beantragt sie in der Regel der Arbeitgeber. Bei einer unbefristeten Stelle gilt sie fünf Jahre.
  2. Formular Gre-1: Mit diesem Formular bestätigt Ihr deutsches Finanzamt, dass Sie in Deutschland wohnen. Geben Sie es Ihrem Arbeitgeber. Dann zieht er Ihnen in der Schweiz nur 4,5 Prozent Steuern vom Lohn ab, ohne das Formular deutlich mehr.
  3. Krankenversicherung wählen: Entscheiden Sie innerhalb von drei Monaten, ob Sie sich in der Schweiz oder in Deutschland versichern.
  4. Lohnkonto: Legen Sie fest, auf welches Konto Ihr Lohn in Franken überwiesen wird.
  5. Kindergeldkasse: Informieren Sie die Kindergeldkasse, dass Sie in der Schweiz arbeiten.

Wechseln Sie später die Stelle, müssen Sie das melden, und Ihr Pensionskassenguthaben geht an die neue Kasse. In unserer Grenzgänger Beratung begleiten wir Sie von A bis Z, von der ersten Bewilligung bis zur Rente.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Haben Grenzgänger in der Schweiz einen Rentenanspruch?

Ja. Grenzgänger erwerben mit AHV-Beiträgen einen eigenen Anspruch, schon ein volles Beitragsjahr begründet eine Teilrente. Dazu kommt das Pensionskassenguthaben.

Wie lange muss man als Deutscher in der Schweiz arbeiten, um Rente zu bekommen?

Für eine Teilrente genügt ein Beitragsjahr, für die Vollrente sind in der Regel 44 Jahre nötig. Jedes fehlende Jahr kürzt die Rente um 1/44.

Wie viel Rente bekommt man in der Schweiz, wenn man 10 Jahre gearbeitet hat?

Rund 10/44 der Vollrente, also knapp 23 Prozent. Bei einem Durchschnittseinkommen ab 90'720 Franken sind das 2026 rund 573 Franken im Monat, plus Pensionskassenrente.

Wie wird die Pensionskasse für Grenzgänger in der Schweiz ausgezahlt?

Als Rente, Kapital oder Kombination bei der Pensionierung. Bei früherem Austritt geht das Guthaben auf eine Freizügigkeitslösung; bar auszahlen lässt sich bei Rückkehr nach Deutschland in der Regel nur der überobligatorische Teil.

Erstellt am: 28.09.2026 · Aktualisiert am: 20.10.2026

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